Trump und Xi starten Gipfel mit Freundlichkeit und Warnungen
Wichtige Fakten
- • Trump und Xi bekräftigen stabiles Verhältnis als gut für die Welt.
- • Xi droht bei falscher Handhabung Taiwans mit Konflikten.
- • China gewährt Nvidia-Chip-Lizenzen im Tausch gegen Marktzugang.
- • Iran-Konsens: Keine Atomwaffen, Straße von Hormus offen halten.
- • Trump lädt Xi zu Gegenbesuch ins Weiße Haus ein.
Pompöser Empfang mit Lobeshymnen
Unter militärischen Ehren, mit Kanonensalut und Hunderten jubelnden Kindern empfing Chinas Staatschef Xi Jinping US-Präsident Donald Trump an der Großen Halle des Volkes in Peking. Trump lobte Xi als 'großartigen Führer' und schwärmte von einer 'fantastischen' gemeinsamen Zukunft. Xi hingegen wählte ernste Töne: Die Welt befinde sich an einem 'Scheideweg', geprägt von Turbulenzen und Unsicherheit. Beide Länder müssten 'Partner statt Rivalen' sein, um Stabilität zu bringen. Das mehr als zweistündige Gespräch bezeichnete das Weiße Haus als 'gut'. Xi bekundete die Absicht, die Beziehungen auf eine 'neue Ausrichtung' mit maßvollem Wettbewerb zu lenken.
Taiwan: Xi warnt deutlich, Trump schweigt
Laut chinesischen Staatsmedien warnte Xi ungewöhnlich deutlich: Eine falsche Handhabung Taiwans könne die Beziehungen in eine 'äußerst gefährliche Lage' bringen oder sogar zu Konflikten führen. Ziel Pekings sei es, weitere US-Waffenlieferungen an die Insel zu unterbinden. Taiwans Regierungssprecherin hielt dagegen: Chinas militärische Drohungen seien die einzige Quelle der Instabilität, und man stehe eng im Austausch mit den USA. Trump ging öffentlich nicht auf die Taiwan-Frage ein, überließ die konkrete Klärung dem folgenden Tag. Auf eine Reporterfrage nach Taiwan reagierte er nicht.
Wirtschaftsdeals und Symbolik
Die Wirtschaft bestimmte den Gipfel: Xi versprach den mitreisenden Tech-Managern – darunter Tesla-Chef Elon Musk, Nvidia-CEO Jensen Huang und Apple-Boss Tim Cook – besseren Marktzugang. Im Gegenzug erhalten zehn chinesische Unternehmen die Erlaubnis, Nvidias zweitbesten KI-Chip zu kaufen. Dies ist ein spürbares Entgegenkommen im Technologiesektorstreit. Das Weiße Haus bekräftigte die Einigung trage zur Stabilisierung der Handelsbeziehungen bei. Boeing-Flugzeug-Milliarden bleiben allerdings neu zu verhandeln. Am Abend zeigte Xi Trump den symbolträchtigen Himmelstempel, einen nur wenigen Staatsgästen vorbehaltenen Ort.
Iran: Gemeinsame Position, wenig Details
Neben dem symbolträchtigen Abendprogramm gab es Konsens in der Iran-Frage: Beide Länder seien sich einig, dass Iran keine Atomwaffen besitzen dürfe und die Straße von Hormus offenzuhalten sei. Details blieben aus, obwohl US-Außenminister Rubio zuvor auf Pekings wirtschaftlichen Hebel gegenüber Teheran gebaut hatte. China als größter Handelspartner Irans könnte eine Vermittlerrolle spielen. Die deutsche Wirtschaft zeigte sich durch AHK-Geschäftsführer Oliver Oehms vorsichtig optimistisch, erwartet aber keine großen Durchbrüche. Trump lud Xi zu einem Gegenbesuch ins Weiße Haus im September ein. Xi toastete auf die Zukunft: 'Prost!'.
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