Ben Roberts-Smith unter strengen Auflagen auf freiem Fuß - Neue Details zu Kriegsverbrechensvorwürfen
Wichtige Fakten
- • Ben Roberts-Smith wurde gegen Kaution von 250.000 AUD und strengen Auflagen aus der Haft entlassen.
- • Ihm werden fünf Kriegsverbrechen-Morde an unbewaffneten Afghanen zwischen 2009 und 2012 vorgeworfen.
- • Drei Zeugen haben ihre Beteiligung an Exekutionen unter Roberts-Smiths Kommando gestanden.
- • Der Prozess könnte Jahre dauern und erfordert einen einstimmigen Schuldspruch jenseits vernünftiger Zweifel.
- • Ein Zivilprozess 2023 bestätigte bereits die Glaubwürdigkeit einiger Mordvorwürfe gegen Roberts-Smith.
Haftentlassung unter strengen Auflagen
Ben Roberts-Smith, Australiens höchstdekorierter lebender Soldat und Träger des Victoria-Kreuzes, wurde unter strengen Auflagen aus der Haft entlassen, während er auf einen möglichen Prozess wegen Kriegsverbrechen wartet. Ihm werden fünf Kriegsverbrechen-Morde an unbewaffneten afghanischen Zivilisten zwischen 2009 und 2012 vorgeworfen, was er stets bestreitet. Richter Greg Grogin gewährte die Haftentlassung, da die Risiken von Flucht oder Zeugenbeeinflussung durch strenge Auflagen gemindert werden könnten.
Neue Details aus den Anklageschriften
Nach neuen Gerichtsdokumenten haben drei Zeugen, die Immunität erhalten haben, ihre Beteiligung an Exekutionen unter Roberts-Smiths Kommando gestanden. Die Anklage beschreibt detaillierte Vorwürfe, darunter die Erschießung zweier Männer in Kakarak 2009, bei der Roberts-Smith einen anderen Soldaten angewiesen haben soll, einen Zivilisten zu töten, und den Tod eines Bauern in Darwan 2012, bei dem er einen Gefangenen von einer Klippe gestoßen haben soll. Die Vorwürfe beinhalten auch das Platzieren von Beweisen, um Tötungen als rechtmäßig darzustellen.
Auflagen und Hintergrund des Falls
Zu den Auflagen gehören dreimal wöchentliche Meldungen bei der Polizei, Zugriff der Behörden auf seine elektronischen Geräte, die Abgabe seines Passes und eine Kaution von 250.000 AUD. Der Fall folgt einem Zivilprozess 2023, in dem ein Richter feststellte, dass es eine "erhebliche Wahrheit" in einigen Mordvorwürfen gibt, allerdings nach dem geringeren zivilrechtlichen Standard. Der nun anstehende Strafprozess erfordert einen Schuldspruch jenseits vernünftiger Zweifel und könnte aufgrund der Komplexität und sensiblen nationalen Sicherheitsinformationen Jahre dauern.
Prozessaussichten und Kontroversen
Roberts-Smiths Anwälte argumentieren, dass die intensive Medienberichterstattung einen fairen Prozess unmöglich machen könnte und dass die Haft seine Verteidigungsfähigkeit beeinträchtigen würde. Die Staatsanwaltschaft betonte dagegen die Schwere der Vorwürfe und verwies auf Roberts-Smiths Pläne, ins Ausland zu ziehen, was ein Fluchtrisiko darstelle. Jede Anklage wegen Kriegsverbrechenmordes kann mit lebenslanger Haft bestraft werden, und der Fall betritt juristisches Neuland für Australien.
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