Teilen:
Inland 11.03.2026, 05:00 Aktualisiert: 11.03.2026, 06:01

BND-Präsident Jäger leitet umfassende Neuausrichtung des Auslandsnachrichtendienstes ein

BND-Präsident Martin Jäger kündigt höhere Risiken für bessere Informationsbeschaffung an.

Wichtige Fakten

  • BND-Präsident Martin Jäger kündigt höhere Risiken für bessere Informationsbeschaffung an.
  • Der Dienst reduziert seine sechs Bereiche auf fünf und löst Bereich F für nachrichtendienstliche Fähigkeiten auf.
  • Lagebesprechungen sollen täglich statt wöchentlich stattfinden, um dynamischen Weltlagen gerecht zu werden.
  • Der BND will mehr menschliche Quellen anwerben, nachdem dieses Kerngeschäft lange vernachlässigt wurde.
  • Eine Strukturreform erfolgt überraschend, da der BND erst 2021 umfassend neu organisiert wurde.

Umstrukturierung und neue Strategie

Der Bundesnachrichtendienst (BND) wird unter Präsident Martin Jäger umfassend umgebaut, um mehr und schnellere Informationen zu beschaffen. Die sechs bisherigen Bereiche werden auf fünf reduziert, wobei der Bereich F für nachrichtendienstliche Fähigkeiten aufgelöst wird. Zudem sollen "Mission Center" die Spionage gegen bestimmte Länder neu organisieren und Residenturen in Botschaften weltweit stärker eingebunden werden.

Fokus auf menschliche Quellen und höhere Risiken

Nach Jahren der Vernachlässigung will der BND wieder verstärkt menschliche Quellen anwerben und führen, auch in riskanten Feldern wie der Gegenspionage in autoritären Staaten wie Russland oder China. Jäger kündigte an, gezielt höhere Risiken einzugehen, ähnlich wie in früheren erfolgreichen Operationen, etwa mit der Quelle "Victor" im Kalten Krieg. Dies markiert eine Abkehr von der jüngeren Fokussierung auf technische Aufklärung.

Interne Veränderungen und öffentliche Kommunikation

Intern werden Lagebesprechungen von wöchentlich auf täglich umgestellt, um der hochdynamischen weltpolitischen Situation gerecht zu werden. Der BND plant zudem, häufiger die Öffentlichkeit mit Erkenntnissen zu informieren, beispielsweise über soziale Medien, wie erste Kurzberichte zu Russland zeigen. Die Reform erfolgt überraschend, da der Dienst erst 2021 eine Neuorganisation durchlief, die teilweise Unmut auslöste.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.