Das Bundeskriminalamt und seine späte Aufarbeitung der NS-Vergangenheit
Wichtige Fakten
- • Das BKA wurde 1951 gegründet, viele Gründungsmitglieder hatten NS-Vergangenheit.
- • 1958 trugen 45 von 47 leitenden Beamten hohe SS-Dienstgrade.
- • Die Aufarbeitung begann erst 2008 mit einer Tagung zur eigenen Geschichte.
- • Eine Spiegel-Serie 1949/50 half, alte NS-Kader wieder in Ämter zu bringen.
- • Die Polizei wurde im Zweiten Weltkrieg im Massenmord an Juden eingesetzt.
Gründung und NS-Belastung
Das Bundeskriminalamt (BKA) feiert 2026 sein 75-jähriges Bestehen, gegründet 1951 durch ein Bundesgesetz, wobei viele Gründungsmitglieder eine NS-Vergangenheit hatten. Die Aufarbeitung begann erst spät und ist bis heute lückenhaft. In der Nazi-Zeit war die Polizei mit der SS verbunden, und im Zweiten Weltkrieg wurde sie im Massenmord an Juden Osteuropas eingesetzt. Nach 1945 fehlten unbelastete Fachleute, sodass ehemalige NS-Kader wie Paul Dickopf, der 1965 BKA-Präsident wurde, Schlüsselrollen übernahmen.
Verzögerte Historische Aufklärung
Die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im BKA verzögerte sich Jahrzehnte; erst 2008 fand eine erste Tagung statt, und 2011 wurden zwei Studien veröffentlicht. Eine Spiegel-Serie von Bernd Wehner 1949/50 trug dazu bei, alte Kader zu rehabilitieren, indem sie der Polizei unpolitische Sacharbeit attestierte. In offiziellen Darstellungen, wie der Festschrift 1991, wurde lange eine Geschichte unpolitischer Fachleute verbreitet, die Schuld den Politikern zugeschoben.
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