Elektronische Patientenakte: Hausärzte und Verbraucherschützer kritisieren Umsetzung
Wichtige Fakten
- • Seit Oktober 2025 sind Ärzte verpflichtet, die ePA mit Patientendaten zu befüllen.
- • Nur 4 von 74 Millionen Versicherten nutzen die ePA laut Gesundheitsministerium.
- • 71% der gesetzlich Versicherten nutzen die Patientenakte nicht aktiv.
- • Die ePA wird als unsortierte PDF-Sammlung ohne Volltextsuche kritisiert.
- • Häufige technische Störungen und komplizierte Registrierung behindern die Nutzung.
Kritische Bilanz nach einem Jahr
Ein Jahr nach der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) ziehen Hausärzte und Verbraucherschützer eine kritische Bilanz. Der Deutsche Hausärztinnen- und Hausärzteverband hält eine Weiterentwicklung für dringend nötig, da die ePA in Deutschland an der praktischen Umsetzung scheitere. Die Akte wird als unpraktisch beschrieben – eine "unsortierte PDF-Sammlung" ohne Volltextsuche, die im Praxisalltag wenig hilfreich sei.
Technische Probleme und geringe Nutzung
Häufige technische Störungen der Infrastruktur und ein "absurd komplizierter" Registrierungsprozess erschweren die Nutzung. Laut Bundesgesundheitsministerium nutzen bisher nur 4 der 74 Millionen gesetzlich Versicherten die ePA aktiv. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentralen bestätigt: 71% der gesetzlich Versicherten nutzen die Patientenakte nicht aktiv, nur 18% verwalten sie selbst.
Forderungen nach Verbesserungen
Verbraucherschützer fordern die Integration praktischer Funktionen wie Impfheft oder Mutterpass, um einen echten Mehrwert für Patienten zu schaffen. Obwohl die ePA Potenzial für bessere Behandlungen bietet und seit Oktober 2025 Pflicht für Ärzte ist, geht das Thema im Alltag vieler Patienten unter. Hausarzt Bahman Afzali, selbst Befürworter der ePA, kritisiert die komplizierte technische Ausgestaltung, die selbst für Technikaffine schwer nutzbar sei.
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