Eskalation der Gewalt im Westjordanland und Verschiebung der Gelben Linie in Gaza
Wichtige Fakten
- • Ein 14-jähriger Schüler und ein 32-jähriger Elternteil wurden bei einem Siedlerangriff auf eine Schule getötet.
- • Israelische Siedler eröffneten das Feuer auf Schüler und später auf Helfer im Dorf al-Mughayyir.
- • Die Gelbe Linie in Gaza wurde seit Oktober um mehrere hundert Meter nach Westen verschoben.
- • Über 700 Palästinenser wurden seit dem Waffenstillstand in Gaza getötet, 269 davon nahe der Gelben Linie.
- • Israel hat seit 2020 keinen Israeli für die Tötung von Palästinensern im Westjordanland verfolgt.
Angriff im Westjordanland
Bei einem Angriff israelischer Siedler auf eine Schule im Dorf al-Mughayyir im besetzten Westjordanland wurden zwei Palästinenser getötet, darunter der 14-jährige Schüler Aws al-Naasan. Zeugen berichten, dass die Siedler zunächst auf Schüler und später auf herbeieilende Helfer schossen. Der 32-jährige Jihad Abu Naim, ein Elternteil, wurde ebenfalls erschossen. Die israelische Armee (IDF) entsandte Truppen und gab an, auf Steinwürfe auf ein israelisches Fahrzeug zu reagieren; ein Reservist wurde suspendiert.
Expansion in Gaza
In Gaza hat die israelische Armee die sogenannte Gelbe Linie, eine im Waffenstillstandsabkommen festgelegte Demarkationslinie, seit Oktober schrittweise nach Westen verschoben. Dies vergrößert die israelische Kontrollzone über den ursprünglich vereinbarten Bereich hinaus. Die Verschiebung erfolgte durch das Verlegen gelber Betonblöcke und den Bau von Erdwällen, wodurch Palästinenser unvermittelt in Schusszonen geraten. Die UN berichtet, dass dadurch auch Hilfseinrichtungen betroffen sind.
Kontext der Gewalt
Der Vorfall im Westjordanland ist Teil einer Welle von Siedlerangriffen, die laut Menschenrechtsgruppen zunehmen. Parallel dazu behindern Siedler in anderen Gebieten den Schulweg von Kindern durch Absperrungen. In Gaza wurden seit Beginn des Waffenstillstands über 700 Palästinenser getötet, viele davon in der Nähe der Gelben Linie. Die israelische Regierung rechtfertigt die Maßnahmen mit Sicherheitserwägungen, während Kritiker von einer schleichenden Annexion sprechen.
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