Teilen:
International 19.03.2026, 06:58 Aktualisiert: 19.03.2026, 12:05

Eskalation im Iran-Krieg: Angriffe auf Energieinfrastruktur und internationale Reaktionen

Iran griff Ölraffinerien in Kuwait und Saudi-Arabien sowie die LNG-Anlage Ras Laffan in Katar an.

Wichtige Fakten

  • Iran griff Ölraffinerien in Kuwait und Saudi-Arabien sowie die LNG-Anlage Ras Laffan in Katar an.
  • US-Präsident Trump drohte mit massivem Angriff auf das iranische Gasfeld South Pars bei weiteren Attacken auf Katars Gasindustrie.
  • Die Angriffe trieben Gas- und Ölpreise deutlich in die Höhe, belasteten die globale Energieversorgung.
  • Katar wies iranische Diplomaten aus und verurteilte die Angriffe als Überschreitung aller roten Linien.
  • Der EU-Gipfel in Brüssel debattierte über die Rolle der EU im Iran-Krieg, während Trump mangelnde Unterstützung kritisierte.

Eskalation der Angriffe auf Energieinfrastruktur

Nach israelischen Schlägen gegen iranische Förderanlagen, die mit dem weltgrößten Gasfeld South Pars verbunden sind, hat Iran seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Region ausgeweitet. Neben der bereits bekannten Attacke auf die Flüssiggasanlage Ras Laffan in Katar, die laut Betreiber Qatar Energy schwer beschädigt wurde, griff das iranische Militär Ölraffinerien in Kuwait und Saudi-Arabien an. In Kuwait wurden die Raffinerien Mina Al-Ahmadi und Mina Abdullah getroffen, während in Saudi-Arabien die Samref-Raffinerie in Yanbu Ziel eines Drohnenangriffs war. Die Islamische Revolutionsgarde Irans kündigte an, die Öl- und Gasindustrien der Golfstaaten "vollständig zerstören" zu wollen, falls die Angriffe der USA und Israels auf Iran anhalten.

Reaktionen und Drohungen

US-Präsident Donald Trump drohte auf Truth Social mit einem massiven Vergeltungsschlag gegen das iranische Gasfeld South Pars, falls Iran weiter Katars Gasindustrie angreife. Er betonte, Israel werde das Gasfeld vorerst nicht mehr ins Visier nehmen, außer Iran greife "völlig Unschuldige" wie Katar an. Katar verurteilte die iranischen Angriffe als Überschreitung "aller roten Linien" und wies iranische Diplomaten aus. Irans Präsident Massud Peseschkian warnte vor "unkontrollierbaren Folgen" der Eskalation. Parallel meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate Vorfälle nach einem Raketenangriff auf eine Öl- und Gasanlage in Abu Dhabi.

Auswirkungen auf die globale Energieversorgung und Märkte

Die jüngsten Angriffe führten zu einem deutlichen Anstieg der Gas- und Ölpreise. Der niederländische TTF-Gaspreis stieg zunächst um 35 Prozent auf 74 Euro pro Megawattstunde, während der Ölpreis für die Nordseesorte Brent zeitweise um mehr als zehn Prozent zulegte. Katar, als Schlüsselproduzent für Flüssiggas, spielt eine zentrale Rolle in der globalen Versorgung, und die Beschädigung von Ras Laffan verschärft die Spannungen auf dem Weltmarkt. Die USA profitieren von der Krise durch Ölexporte zu hohen Preisen, was den US-Dollar stärkt, während Länder wie Japan und Europa unter den steigenden Energiekosten leiden.

EU-Gipfel und internationale Reaktionen

Beim ersten regulären EU-Gipfel des Jahres in Brüssel stand der Iran-Krieg im Mittelpunkt der Debatten. Die europäischen Staats- und Regierungschefs sind sich einig, dass der Krieg schnell beendet werden soll, sind jedoch umstritten, ob sich die EU einmischen sollte. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte ein baldiges Ende des Krieges, während Trump die mangelnde Unterstützung der Europäer für seinen Krieg gegen Iran kritisierte. Die EU ist zwischen dem Iran-Krieg und dem anhaltenden Krieg in der Ukraine eingezwängt, wobei Ungarn die Auszahlung von Krediten an die Ukraine blockiert.

Israelische Kriegsziele und regionale Konflikte

Israel verfolgt im Krieg gegen Iran primär das Ziel, die militärischen Fähigkeiten Irans zu schwächen, insbesondere Raketenkapazitäten und das Nuklearprogramm. Über 80 Prozent der Israelis unterstützen den Kriegskurs, und mehr als 60 Prozent wünschen sich einen Regimewechsel in Iran. Israelische Soldaten sind auch im Libanon im Einsatz, um eine Pufferzone gegen die Hisbollah zu schaffen. Der Krieg könnte innenpolitisch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nützen, birgt jedoch das Risiko einer langen Hängepartie.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.