Zinswende an den Märkten: EZB hält still, doch Zinsen steigen spürbar
Wichtige Fakten
- • EZB hält Einlagenzins bei 2,0%.
- • Rendite zehnjähriger Bundesanleihen steigt auf 3,13% – Höchststand seit 2011.
- • Inflationserwartung im Euroraum für zwölf Monate liegt bei 4%.
- • Banken verschärfen Kreditstandards stark.
- • Bauzinsen liegen bereits bei 4,0%, Festgeldzinsen steigen leicht.
Renditesprung und Inflationssorgen
Die Europäische Zentralbank hält den Einlagenzins unverändert bei 2,0 Prozent. Währungshüter signalisieren vorerst Ruhe an der Zinsfront. An den Finanzmärkten zeichnet sich jedoch ein anderes Bild: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte auf 3,13 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2011. Als treibende Kraft gelten steigende Inflationsrisiken infolge des Iran-Krieges sowie erwartete Zweitrundeneffekte. Die EZB rechnet unter privaten Haushalten für die kommenden zwölf Monate mit einer Inflation von vier Prozent – deutlich oberhalb des Zwei-Prozent-Ziels.
Verschärfter Kreditmarkt und Belastung für Bauherren
Die vorausschauenden Märkte haben bereits reagiert: Banken im Euroraum verschärften die Kreditstandards so stark wie seit über zwei Jahren nicht. Für Immobilienfinanzierer steigen die Kosten: Bauzinsen mit zehnjähriger Bindung erreichten wieder die Vier-Prozent-Marke, was eine erhebliche monatliche Mehrbelastung für Hausbauer bedeutet. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing mahnt zur Balance, da Zinserhöhungen die Wirtschaft verlangsamen könnten. Festgeldanleger profitieren leicht: Die Zinsen für zweijährige Anlagen stiegen auf 2,25 Prozent, für fünfjährige auf 2,37 Prozent.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.