Großbritannien verschärft Maßnahmen gegen Jugendkriminalität
Wichtige Fakten
- • 80% der Serienstraftäter begingen erste Straftat als Kind.
- • Zahl der Elternanordnungen sank von über 1000 (2009) auf 33 (2022).
- • Neue Jugendinterventionsgerichte sollen Ursachen von Straftaten bekämpfen.
- • Regierung will unnötige Untersuchungshaft für Jugendliche um 25% senken.
- • Zusätzliche 15,4 Mio. Pfund für Frühinterventionsprogramm Turnaround.
Die britische Regierung hat ein Weißbuch zur Jugendjustiz veröffentlicht, das strengere Maßnahmen gegen Jugendkriminalität vorsieht. Dazu gehören die Einführung von Jugendinterventionsgerichten, die Jugendliche mit intensiver Betreuung und Auflagen wie Gesundheits- oder Bildungsauflagen unterstützen sollen. Zudem sollen Elternanordnungen gestärkt werden, die Eltern zur Teilnahme an Beratungen verpflichten können, bei Nichtbefolgung drohen Geldstrafen.
Hintergrund ist die hohe Rückfallquote: Zwei Drittel der entlassenen Jugendlichen werden innerhalb eines Jahres erneut straffällig. Justizminister David Lammy betonte, dass viele Eltern bei Gerichtsterminen fernblieben. Die Regierung will auch die Zahl der Jugendlichen in Untersuchungshaft um 25% senken und die strafrechtliche Verantwortlichkeit reformieren. Der Jugendrechtsbündnis Alliance for Youth Justice kritisierte die Pläne als zu zögerlich und forderte verbindliche Obergrenzen für Inhaftierungen und einen Abbau von Diskriminierung.
Die Opposition wirft der Labour-Regierung vor, nicht hart genug gegen Kriminalität vorzugehen. Die Konservativen verwiesen auf frühere Entscheidungen wie die vorzeitige Entlassung von Straftätern.
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