Ifo-Index auf Tiefststand: Iran-Krieg belastet deutsche Wirtschaft und Finanzmärkte
Wichtige Fakten
- • Ifo-Geschäftsklimaindex sank im März auf 86,4 Punkte - tiefster Stand seit Februar 2025.
- • Iran-Krieg treibt Energiepreise hoch und schürt Sorgen vor Inflation und Lieferengpässen.
- • BIP-Wachstum für 2026 wird auf nur noch 0,6-0,8% prognostiziert.
- • Tourismus und Logistik verzeichnen besonders stark verschlechterte Aussichten.
- • Experten warnen vor neuen Finanzkrisen durch Private-Credit-Sektor und Software-Aktien.
Konjunkturelle Eintrübung durch Iran-Krieg
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März deutlich verschlechtert. Der ifo-Geschäftsklimaindex sank auf 86,4 Punkte nach 88,4 Zählern im Februar - der tiefste Stand seit Februar 2025. Grund für die Eintrübung ist der Krieg im Iran, der die Energiepreise deutlich nach oben getrieben hat und Sorgen vor anziehender Inflation und Lieferengpässen schürt. Der ifo-Präsident Clemens Fuest erklärte, der Krieg beende vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung.
Branchenübergreifende Verschlechterung und Wachstumsprognosen
Der Index verschlechterte sich in allen untersuchten Bereichen - in der Industrie, bei Dienstleistern, im Handel und am Bau. Besonders betroffen sind der Tourismus und die Logistik, wo sich die Aussichten massiv verschlechtert haben. Für das laufende erste Quartal wird nur noch ein BIP-Wachstum von 0,1 Prozent erwartet. Im Gesamtjahr 2026 prognostiziert das ifo-Institut im Eskalationsszenario nur noch 0,6 Prozent Wachstum, bei einem schnellen Kriegsende 0,8 Prozent.
Neue Finanzmarktrisiken durch Private-Credit-Sektor
Parallel zur deutschen Konjunkturschwäche wachsen an den internationalen Finanzmärkten die Sorgen vor neuen Verwerfungen. Experten wie der ehemalige Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein und JPMorgan-Chef Jamie Dimon warnen vor Risiken im Private-Credit-Sektor, der mittlerweile ein globales Volumen von drei Billionen Dollar erreicht hat. Dieser Markt hat in großem Umfang Software-Unternehmen finanziert, deren Aktien seit Jahresbeginn um rund 20 Prozent gefallen sind.
Energiepreise als kritischer Faktor
Der Iran-Krieg hat die Ölpreise zeitweise auf fast 120 Dollar je Barrel getrieben, was die Inflationssorgen verschärft und die Zentralbanken unter Druck setzt. Die EZB-Chefin Christine Lagarde betonte, die Zentralbank würde sehr sensibel auf ein Überschreiten ihres Inflationsziels reagieren. International reagieren Länder wie die Philippinen mit der Ausrufung eines nationalen Energie-Notstands, während Australien über mögliche Treibstoffrationierung diskutiert.
Vage Hoffnung auf Deeskalation
Aktuell gibt es vage Hoffnungen auf eine Waffenruhe im Nahen Osten, nachdem die USA dem Iran einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges übermittelt haben sollen. Dies führte zu einer leichten Erholung an den Aktienmärkten, doch Analysten warnen vor verfrühter Entwarnung. Die Volatilität bleibt hoch, und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts werden zunehmend global spürbar.
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