Kommunen in Finanznot: Freibäder leiden unter Sparzwang
Wichtige Fakten
- • Kommunales Defizit 2025: 31,9 Milliarden Euro.
- • Karlsruher Rheinstrandbad öffnet nur noch an vier Tagen.
- • Eintrittspreis in Karlsruhe auf 7,50 Euro erhöht.
- • Gewerbesteuereinnahmen brechen wegen Wirtschaftskrise ein.
- • Bund soll Kommunen laut Städtetag helfen.
Freibäder im Fokus der Sparmaßnahmen
Die finanzielle Krise der Kommunen in Deutschland trifft auch die Freibäder. Vielerorts werden Eintrittspreise erhöht, Angebote eingeschränkt oder Öffnungszeiten verkürzt. In Karlsruhe etwa bleibt das Rheinstrandbad in dieser Saison nur von Donnerstag bis Sonntag geöffnet, das Kinderplanschbecken und das Mehrzweckbecken bleiben gesperrt. Der Eintritt stieg um 1,50 Euro auf 7,50 Euro.
Ursachen der defizitären Lage
Laut Burkhard Jung (SPD), Präsident des Deutschen Städtetags, ist die Situation ‚desaströs‘. Grund sind massiv eingebrochene Gewerbesteuereinnahmen wegen der Wirtschaftskrise. Das Defizit der Kommunen stieg von 6,8 Milliarden Euro (2023) auf 31,9 Milliarden Euro (2025). Freibäder gelten als freewillige Leistungen, die besonders schnell gestrichen werden, während Pflichtaufgaben wie Schulen oder Müllentsorgung Vorrang haben.
Bürgerengagement und ungewisse Zukunft
In Karlsruhe gründete sich ein Förderverein, der die Schließung des Rheinstrandbads verhinderte, jedoch nur mit Einschränkungen und für eine Saison. Eine langfristige Lösung ist nicht in Sicht. Bäderchef Oliver Sternagel will nicht prognostizieren, ob das Bad im nächsten Jahr wieder öffnen kann: ‚Das ist ein Blick in die Glaskugel.‘ Städtetagspräsident Jung appelliert an den Bund, den Kommunen zu helfen, um ein Zerfallen der Stadtgesellschaft zu verhindern.
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