Korruptionsskandal: Staatsanwalt schützte Drogenbande durch Verrat von Ermittlungsinterna
Wichtige Fakten
- • Yashar G. verriet Ermittlungsdaten an Drogenbande gegen Bezahlung.
- • Das Urteil lautete acht Jahre und sechs Monate Haft.
- • Der Fall betrifft das größte Kokainverfahren Europas mit 16 Tonnen.
- • Ein Boxtrainer erhielt Bewährungsstrafe als Mittelsmann.
- • Die CDU fordert einen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung.
Korruption in der Justiz
Das Landgericht Hannover verurteilte den ehemaligen Staatsanwalt Yashar G. zu acht Jahren und sechs Monaten Haft wegen Korruption und Verrats von Ermittlungsinterna an eine Drogenbande. Er hatte jahrelang Kontakte zur organisierten Kriminalität gepflegt und vertrauliche Informationen gegen Bezahlung weitergegeben, was es mutmaßlichen Haupttätern ermöglichte, ins Ausland zu fliehen. Der Fall betrifft das größte Kokainverfahren der europäischen Geschichte mit 16 Tonnen Schmuggelware über den Hamburger Hafen.
Ermittlungen und Skandal
Recherchen des NDR zeigten, dass Hinweise auf G.s Kontakte zur Kriminalität bereits seit 2020 vorlagen, darunter Verbindungen zu Hells Angels-Mitgliedern und ein vorbestrafter Schwager. Trotzdem blieb er im Verfahren aktiv und klagte 2022 sogar Bandenmitglieder an, mit denen er kollaboriert hatte. Ein Boxtrainer wurde als Mittelsmann zu Bewährung verurteilt. Die CDU fordert einen Untersuchungsausschuss, um Verantwortlichkeiten und mögliche weitere Maulwürfe zu klären.
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