Trauerfeiern für Chamenei: Sohn und Nachfolger weiter unsichtbar
Wichtige Fakten
- • Mojtaba Khamenei seit drei Monaten nicht öffentlich aufgetreten.
- • Großajatollah Sobhani leitete das Totengebet in Teheran.
- • Ein Dichter rief bei der Zeremonie zur Tötung Trumps auf.
- • Trump bezeichnete Tränen der Trauernden als 'unecht'.
- • Friedensgespräche wurden für die Trauerwoche ausgesetzt.
Totengebet in Abwesenheit des Nachfolgers
In Teheran haben am Sonntag die Trauerfeierlichkeiten für den getöteten iranischen Führer Ayatollah Ali Khamenei ihren zweiten Tag erreicht. Das Totengebet wurde von Großajatollah Dschafar Sobhani geleitet. Erwartet wurde eine Teilnahme des neuen obersten Führers Mojtaba Khamenei, doch dieser blieb erneut unsichtbar. Stattdessen beteten seine drei Brüder – Mostafa, Meysam und Masoud – am Sarg ihres Vaters. Auch Präsident Massud Peseschkian und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf nahmen teil. Die Abwesenheit des 56-jährigen Mojtaba heizt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand an. Laut seines Umfelds soll er bei dem Angriff am 28. Februar schwere Verletzungen an Beinen und Gesicht erlitten haben.
Aufrufe zur Rache und Massenandrang
Die Stimmung unter den Trauernden war von Trauer, aber auch von Rachegelüsten geprägt. Ein Dichter rief bei einer Poesie-Veranstaltung zur Tötung von US-Präsident Donald Trump auf. Die Behörden meldeten inoffiziell mehr als 2 Millionen Teilnehmer am ersten Tag der Zeremonie. Die U-Bahn in Teheran verzeichnete 7 Millionen Fahrten. Die Trauerfeierlichkeiten dauern die ganze Woche an: Am Montag ist ein großer Trauerzug in Teheran geplant, dann Überführung nach Ghom, in den Irak (Nadschaf und Kerbela) und schließlich die Beisetzung in Maschhad am Donnerstag.
Waffenruhe hält – regionale Unsicherheit bleibt
Nachdem die USA und Israel Ende Februar einen über fünfwöchigen Krieg gegen Iran geführt hatten, einigten sich beide Seiten Anfang April auf eine Waffenruhe. US-Präsident Trump erklärte, die Friedensgespräche seien wegen der Trauerfeierlichkeiten für eine Woche ausgesetzt worden. Die Demonstranten in Teheran zeigten sich trotz der Kriegszerstörungen entschlossen: „Wir werden die Amerikaner notfalls mit Mistgabeln bekämpfen“, sagte eine Frau aus Boyer-Ahmad. In den Cafés im Norden Teherans herrschte derweil Normalität – ein Zeichen der sozialen Kluft im Land.
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