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International 06.07.2026, 07:28 Aktualisiert: 06.07.2026, 15:01

Trauerzug für Chamenei: Bis zu 20 Millionen erwartet, Regime setzt auf Einheit und Rache

Trauerzug in Teheran gestartet, Zehntausende säumen die Straßen.

Wichtige Fakten

  • Trauerzug in Teheran gestartet, Zehntausende säumen die Straßen.
  • Luftraum über Teheran am 6. Juli 2026 gesperrt.
  • Sarg nach Teheran-Prozession durch Ghom und Irak in Maschhad.
  • Neuer Führer Mojtaba Chamenei als „Kriegsversehrter“ nicht anwesend.
  • Rache-Rufe und Anti-Trump-Plakate dominieren Zeremonie.

Größter Trauerzug der iranischen Geschichte

In Teheran hat am Montag der Trauerzug für den getöteten Obersten Führer Ali Chamenei stattgefunden. Millionen Menschen säumten die zehn Kilometer lange Route vom Revolution Square zum Azadi Square. Die Behörden erwarteten bis zu 20 Millionen Teilnehmer an den mehrtägigen Feierlichkeiten. Der Luftraum über Teheran wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt, Sonntag und Montag waren Feiertage. Die Trauerprozession diente auch der politischen Inszenierung, mit Rufen wie „Tod Amerika“ und „Tod Israel“ sowie Plakaten mit blutendem Kopf von US-Präsident Trump. Nach dem Zug wird der Sarg nach Ghom, dann zu schiitischen Heiligtümern im Irak und schließlich nach Maschhad gebracht, wo er am Donnerstag beigesetzt wird.

Abwesenheit des neuen Obersten Führers

Der neue Oberste Führer Mojtaba Chamenei, Sohn des Getöteten, nahm nicht teil. Staatliche Medien bezeichnen ihn als „Kriegsversehrten“ – er war beim Angriff auf seinen Vater verletzt worden und seitdem nicht mehr öffentlich aufgetreten. Seine Abwesenheit schürt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand. Drei seiner Brüder waren jedoch anwesend. Mehrere hochrangige Vertreter zeigten sich erstmals seit Kriegsbeginn, doch frühere Präsidenten wie Hassan Ruhani und Mahmud Ahmadinedschad fehlten, was Spannungen im politischen Establishment offenbart. Der ehemalige Vizepräsident Abtahi kritisierte, dass die Abwesenden nicht eingeladen worden seien.

Regime zeigt Stärke, innere Spannungen bleiben

Die Trauerfeier dient vor allem der Machtdemonstration des Regimes nach innen und außen. Experte Volker Perthes betont, dass Chamenei als Märtyrer stilisiert wird. Trotz der großen Menschenmengen blieb die Mehrheit der Bevölkerung fern. Präsident Pezeshkian würdigte die Teilnahme als Ausdruck nationaler Einheit und wies Trumps Vorwurf „falscher Tränen“ zurück. Er betonte, die Bilder würden den Westen zwingen, seine Politik zu überdenken. In der Politik Raketen: „Wir wollen Trumps Kopf.“ Insgesamt zeigt die Veranstaltung die Widerstandsfähigkeit Irans, aber auch die anhaltenden internen Konflikte.

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