SPD nach historischer Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz: Klingbeil und Bas bleiben, setzen auf Reformen
Wichtige Fakten
- • SPD erzielt historisch schlechtestes Ergebnis in Rheinland-Pfalz nach 35 Jahren
- • CDU löst SPD als stärkste Kraft im Bundesland ab
- • AfD verdoppelt Ergebnis auf 19,5% - Rekord in Westdeutschland
- • SPD-Vorsitzende Klingbeil und Bas lehnen Rücktritte ab, planen Steuerreform
- • Pistorius und Rehlinger stehen nicht für Parteispitze zur Verfügung
SPD nach historischer Wahlniederlage in der Krise
Nach der historischen Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz, bei der die SPD ihr schlechtestes Ergebnis im Bundesland erzielte und nach 35 Jahren von der CDU als stärkste Kraft abgelöst wurde, analysiert die Partei in Berlin die Ursachen. SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil und Bärbel Bas lehnen trotz der deutlichen Verluste Rücktritte ab und kündigten stattdessen inhaltliche Reformen an. Beide boten im Parteipräsidium eine offene Debatte über ihre Ämter an, doch das Gremium entschied sich für eine konzentrierte Diskussion über Strategie und Inhalte.
Reformen statt Personaldiskussionen
Im Mittelpunkt der SPD-Pläne steht eine Einkommensteuerreform, von der laut Klingbeil insbesondere Menschen mit einem Einkommen von etwa 3.000 Euro profitieren sollen. Die Parteispitze betont, dass es jetzt nicht um Personalwechsel gehe, sondern um die inhaltliche Aufarbeitung der Niederlage. Verteidigungsminister Boris Pistorius und saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger haben bereits klargestellt, dass sie nicht für die Parteispitze zur Verfügung stehen. Am Freitag plant die SPD eine große Konferenz mit Vertretern aus allen Ebenen.
CDU siegt, AfD wird starke Opposition
Die CDU konnte unter Spitzenkandidat Gordon Schnieder ihren in Umfragen ermittelten Vorsitz bestätigen und feiert den Sieg in Rheinland-Pfalz. Die AfD verdoppelte ihr Ergebnis auf 19,5 Prozent und erreicht damit ihren bisher besten Wert in einem westdeutschen Bundesland. AfD-Fraktionschef Jan Bollinger kündigte eine starke Opposition mit 24 Abgeordneten und Untersuchungsausschüssen etwa zur Corona-Politik an. Die Grünen, bisher Teil der Ampel-Regierung in Mainz, verloren leicht auf 7,9 Prozent, während sowohl die Linke (4,4%) als auch die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterten und nicht im Landtag vertreten sein werden.
Perspektiven und Druck auf die SPD-Spitze
Die SPD-Vorsitzenden Bas und Klingbeil stehen unter Druck, bis zum Herbst zu zeigen, dass sie aus der Niederlage lernen. Im Herbst könnte sich die Situation ändern, wenn Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern ihr Amt verteidigt und möglicherweise für die SPD-Spitze zur Verfügung steht. Für Bas und Klingbeil ist die große Konferenz am Freitag der Auftakt für ihre letzte Chance. Liegt die SPD auch im Herbst weiter am Boden, könnten ihre Tage in Parteiführung und Regierung zu Ende gehen.
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