Neugeborenen-Screening wird um Vitamin-B12-Mangel erweitert
Wichtige Fakten
- • Neugeborenen-Screening wird um Vitamin-B12-Mangel und drei weitere Stoffwechselkrankheiten erweitert.
- • Unbehandelter Vitamin-B12-Mangel kann zu Hirnschäden und IQ-Verlust führen.
- • Frühe Behandlung mit Vitamin-B12-Tropfen ist harmlos und verhindert Schäden.
- • Die Erweiterung basiert auf einem Gemeinsamen Bundesausschuss-Beschluss.
- • Kritiker weisen auf mögliche Überdiagnosen hin, sehen aber großen Nutzen für betroffene Kinder.
Ab dem 15. Mai 2026 wird das Neugeborenen-Screening in Deutschland erweitert: Alle teilnehmenden Babys werden nun auch auf einen Vitamin-B12-Mangel sowie drei seltene Stoffwechselerkrankungen getestet. Das Screening gilt als eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen und wird von den Krankenkassen bezahlt.
Ein unbehandelter Vitamin-B12-Mangel kann bei Säuglingen Entwicklungsverzögerungen, motorische und kognitive Einschränkungen sowie einen niedrigeren IQ verursachen. Die Uniklinik Heidelberg konnte in einer Studie zeigen, dass ein Screening und eine frühzeitige Behandlung mit Vitamin-B12-Tropfen solche Schäden verhindern. Die betroffenen Kinder entwickeln sich dann unauffällig, so Professorin Ulrike Mütze.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Erweiterung nach einem aufwendigen Prüfverfahren beschlossen. Vorsitzender Josef Hecken betont, dass die Vorteile trotz des Risikos von falsch positiven Ergebnissen und damit verbundenen elterlichen Sorgen überwiegen. Kritiker wie Matthias Baumgartner leiten dass die Zahl tatsächlich behandlungsbedürftiger Fälle unbekannt sei, sehen die Behandlung aber als harmlos an.
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