Niger: Hexenjagd auf LGBTQ+-Gemeinschaft nach neuer Strafgesetzgebung
Wichtige Fakten
- • Bis zu 40 Menschen wurden verhaftet, 16 Männer inhaftiert.
- • Neues Gesetz bedroht gleichgeschlechtliche Handlungen mit bis zu 10 Jahren Haft.
- • Zugang zu HIV-Präventionsdiensten wie PrEP und Kondomen ist weggefallen.
- • Niger stimmte gegen UN-Erklärung zu HIV/Aids; Infektionen steigen in der Region.
Hintergrund und aktuelle Lage
In Niger ist eine „Hexenjagd“ auf die LGBTQ+-Gemeinschaft im Gange, nachdem im Februar 2026 ein neues Strafgesetz in Kraft getreten ist. Demnach werden gleichgeschlechtliche Handlungen mit bis zu zehn Jahren Haft und Geldstrafen geahndet. Dutzende Menschen wurden bereits verhaftet, darunter hochrangige Militärangehörige. Die Organisationen, die HIV-Präventionsdienste anbieten, mussten ihre Arbeit einstellen, was zu einem Verlust des Zugangs zu Schutzmaßnahmen wie Kondomen oder PrEP führt. Die Betroffenen gehen in den Untergrund, was die Gefahr einer Ausweitung der HIV-Infektionen erhöht.
Internationale Reaktionen und regionaler Kontext
Das neue Gesetz ist Teil eines Trends in Westafrika, wo auch Mali und Burkina Faso ähnliche Regelungen eingeführt haben. Menschenrechtsorganisationen zeigen sich „zutiefst besorgt“ und fordern die Abschaffung der diskriminierenden Bestimmungen. Niger stimmte zudem gegen die politische UN-Erklärung zu HIV/Aids, was auf mangelndes Engagement im Kampf gegen die Pandemie hindeutet.
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