Prozess gegen rechtsterroristische Jugendgruppe 'Letzte Verteidigungswelle' beginnt
Wichtige Fakten
- • Acht Jugendliche und junge Männer stehen vor Gericht, einige erst 15 Jahre alt.
- • Anklagepunkte: versuchter Mord, schwere Brandstiftung, Mitgliedschaft in terroristischer Vereinigung.
- • Die Gruppe plante Angriffe auf Kulturzentren und Flüchtlingsunterkünfte, ein Brandanschlag erfolgte in Altdöbern.
- • 2025 registrierte die Polizei bundesweit über 5.300 junge Tatverdächtige für rechtsmotivierte Straftaten.
- • Die Gruppe entstand 2024 im Kontext von Neonazi-Gegendemos zu Christopher Street Days in Ostdeutschland.
Prozessauftakt in Hamburg
Vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Hamburg beginnt heute der Prozess gegen acht Jugendliche und junge Männer, die der rechtsterroristischen Vereinigung 'Letzte Verteidigungswelle' angehört haben sollen. Unter den Angeklagten sind zwei 15-Jährige, denen versuchter Mord und schwere Brandstiftung vorgeworfen wird. Sie sollen im Oktober 2024 einen Brandanschlag auf das Kulturzentrum 'Kultberg' in Altdöbern (Brandenburg) verübt haben, bei dem Bewohner im Gebäude schliefen.
Hintergrund und Ermittlungen
Die Gruppe wurde laut Bundesanwaltschaft 2024 von einem heute 16-Jährigen aus Neubukow (Mecklenburg-Vorpommern) gegründet und umfasste junge Neonazis aus mehreren Bundesländern. Ermittler fanden in Chatnachrichten Aufrufe zu Angriffen auf Migranten und deren Unterkünfte. Weitere geplante Anschläge, etwa auf eine Flüchtlingsunterkunft in Schmölln (Thüringen) und ein Asylbewerberheim in Senftenberg (Brandenburg), konnten durch Festnahmen verhindert werden. Die Gruppe entstand im Umfeld von Neonazi-Gegendemonstrationen zu Christopher Street Days in ostdeutschen Städten.
Statistische Entwicklungen
Die Zahlen rechtsmotivierter Straftaten durch junge Menschen sind besorgniserregend: 2025 registrierten Behörden bundesweit über 5.300 Tatverdächtige unter 21 Jahren, davon 3.543 im Alter von 14 bis 17 Jahren. Die Grünen-Politikerin Marlene Schönberger spricht von einer 'rechtsextremen und gewaltbereiten Jugendkultur' und fordert mehr Demokratiebildung. Der Prozess, der bis Mai terminiert ist, könnte nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht enden, wobei hohe Haftstrafen drohen.
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