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Gesellschaft 21.05.2026, 09:16

Rechtsextreme Infiltration der 3. Liga: Justiz und Vereine in der Pflicht?

Rechtsextreme Vorfälle in Fußballkurven nehmen zu.

Wichtige Fakten

  • Rechtsextreme Vorfälle in Fußballkurven nehmen zu.
  • AfD-Jugend ruft zum Besuch von Drittligaspielen auf.
  • Rot-Weiss Essen: Abschiebe-Gesänge und Überschneidungen mit 'Jungen Nationalisten'.
  • Verfassungsschutz warnt vor intensivierter Vernetzung rechtsextremer Milieus.

Rechtsextreme gewinnen in Fußballkurven an Raum

Rechte und rechtsextreme Akteure drängen zunehmend in Fankurven deutscher Fußballstadien – mit besonderem Fokus auf die 3. Liga. Das zeigen Recherchen des ARD-Magazins Monitor. Die Liga, die der DFB als „Heimat von Fußballromantikern“ bewirbt, wird offenbar zum Schauplatz rechter Veranstaltungen, Hassgesänge und Symbolik. Patrick Arnold von der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW dokumentiert einen deutlichen Rechtsruck in den Kurven, der von rassistischen und antisemitischen Vorfällen bis zu versteckten Codes reicht.

Sicherheitsbehörden schlagen Alarm

Das Bundesamt für Verfassungsschutz spricht in seinem Bericht 2025 von einer „rechtsextremen Erlebniskultur“ und registriert „intensivierte Vernetzungsbestrebungen“ mit anderen rechtsextremen Milieus. Stephan Kramer, Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, warnt, dass der Rechtsextremismus so weiter in die Mitte der Gesellschaft vordringt.

AfD und Jugendorganisation aktiv bei Fußball

Die AfD versucht gezielt, jungen Leuten über Fußball näherzukommen. In Cottbus hielt die AfD-Jugendorganisation Vorträge über Fußballkultur; ihr Vorsitzender Jean-Pascal Hohm rief in einer verdeckt besuchten Veranstaltung dazu auf, zu Vereinen wie Rot-Weiss Essen zu gehen. Nach einem Heimspiel sangen dort Teile des Fanblocks den rechtsextrem verbreiteten Abschiebesong. Zudem organisieren „Junge Nationalisten“ Busreisen zu Auswärtsspielen.

3. Liga wegen Personalmangel anfällig

Die 3. Liga sei für rechte Umtriebe aufgrund geringerer finanzieller und personeller Ressourcen sowie fehlender Präventionsstrategien besonders anfällig, so Experten. Der DFB betont, Verstöße über das Sportgericht zu ahnden, sieht die operative Durchführung jedoch bei den Vereinen, von denen sich viele gegenüber Monitor nicht äußern.

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