Regierungskrise in Grossbritannien: Drei Labour-Schwergewichte positionieren sich gegen Starmer
Wichtige Fakten
- • Fast 90 Labour-Abgeordnete fordern Starmers Rücktritt.
- • Andy Burnham erhielt NEC-Zulassung für Kandidatur im Wahlkreis Makerfield.
- • Wes Streeting trat zurück, stellt sich aber nicht sofort zur Wahl.
- • Angela Rayner wurde von HMRC entlastet, zahlte aber 40.000 Pfund Nachsteuer.
- • Rayner, Streeting und Burnham stimmten sich innerhalb von 12 Stunden ab.
Koordinierte Offensive gegen Starmer
Der Druck auf den britischen Premierminister Keir Starmer hat eine neue Dimension erreicht. Innerhalb von nur zwölf Stunden haben sich drei seiner prominentesten innerparteilichen Rivalen – Ex-Gesundheitsminister Wes Streeting, Grossraum-Manchester-Bürgermeister Andy Burnham und die ehemalige Vize-Premierministerin Angela Rayner – mit strategisch abgestimmten Aktionen in Stellung gebracht. Rayner veröffentlichte am frühen Donnerstagmorgen zwei Interviews, in denen sie ihre Entlastung durch die Steuerbehörde HMRC bekanntgab. Nur Stunden später reichte Streeting seinen Rücktritt als Gesundheitsminister ein. Am Abend folgte Burnhams Ankündigung, für die Nachwahl im Wahlkreis Makerfield kandidieren zu wollen, nachdem der bisherige Labour-Abgeordnete Josh Simons sein Mandat niedergelegt hatte.
Burnhams riskantes Manöver mit Nachwahl
Andy Burnham hat vom Nationalen Exekutivkomitee der Labour-Partei die Genehmigung erhalten, sich als Kandidat für die Nachwahl im Wahlkreis Makerfield zu bewerben – diesmal im Gegensatz zu seinem gescheiterten Versuch im Januar. Die Nachwahl wird voraussichtlich am 18. Juni stattfinden. Der Wahlkreis galt traditionell als sichere Labour-Bank, aber bei den jüngsten Kommunalwahlen hat die rechtspopulistische Reform UK von Nigel Farage stark zugelegt. Die Partei hat angekündigt, mit aller Kraft einen „erdrutschartigen” Sieg anzustreben. Sollte Burnham die Wahl gewinnen, wäre er der prominenteste Herausforderer Starmers, da er als beliebtester Labour-Politiker Grossbritanniens gilt. Der Green Party zeigte sich siegesgewiss.
Mehrere Kandidaten im Rennen
Neben Burnham gelten auch Wes Streeting und die ehemalige Vize-Premierministerin Angela Rayner als Kandidaten für die Parteiführung. Streeting erklärte jedoch, zunächst keine eigene Kampagne starten zu wollen, sondern eine breite Debatte über die Zukunft der Partei anzustossen. Grund für die Entlastung: fehlende Rückendeckung von Abgeordneten. Ex-Energieminister Ed Miliband und Innenministerin Shabana Mahmood sollen sich bereits für einen früheren Abtritt des Regierungschefs ausgesprochen haben. Die britischen Finanzmärkte reagierten indes negativ auf die zunehmende Ungewissheit über die Regierungskontrolle. Das Pfund fiel und die Renditen stiegen inmitten wachsender Befürchtungen über höhere Schulden und politische Instabilität.
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