THG-Quote erhöht: Biokraftstoffe sollen Spritpreise drücken, Klimaziele rücken in Ferne
Wichtige Fakten
- • THG-Quote für 2027 auf 17,5%, für 2030 auf 26,5% erhöht.
- • Abschaffung der Doppelanrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe ab 2027.
- • Vor-Ort-Kontrollen gegen Betrug ab Jahreswechsel 2026/2027 vorgesehen.
- • Quotenerhöhung soll Tempolimit und Verbrenner-Aus verhindern.
- • CO2-Reduktion durch Quote: 6,3 Mio. Tonnen (2030) bei Verkehrsemissionen von 146 Mio. Tonnen.
Die Bundesregierung hat das Zweite Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote) verabschiedet. Ziel ist es, den Anteil erneuerbarer Energien im Verkehr zu erhöhen und die CO2-Emissionen zu senken. Die Quote für 2027 wurde von ursprünglich 16 auf 17,5 Prozent angehoben, für 2030 von 25 auf 26,5 Prozent. Ab 2040 gilt eine Quote von 65 Prozent. Zudem werden die Unterquoten für nicht biogene Kraftstoffe wie Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe angehoben. Die wichtigste Neuerung ist die Abschaffung der Doppelanrechnung sogenannter fortschrittlicher Biokraftstoffe ab 2027, um Betrug einzudämmen. Geplante Vor-Ort-Kontrollen zur Bekämpfung von Fälschungen beginnen allerdings erst zum Jahreswechsel 2026/2027 – aus Branchensicht zu spät. Die THG-Quote soll auch ordnungsrechtliche Maßnahmen wie ein Tempolimit oder das Verbrenner-Aus ersetzen. Klimapolitisch ist der Beitrag der Quote jedoch gering: Der Expertenrat für Klimafragen prognostiziert für 2030 eine CO2-Reduktion von lediglich 6,3 Millionen Tonnen, während die Verkehrsemissionen 2025 bei 146 Millionen Tonnen lagen. Die weitere Entwicklung der Biokraftstoffpreise hängt vom Rückgang des fossilen Verbrauchs ab; steigender Bedarf könnte die Kosten erhöhen.
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