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Inland 24.02.2026, 14:23 Aktualisiert: 24.02.2026, 23:05

AfD in der Krise: Weidel bestreitet Vetternwirtschaft, interne Untersuchungen laufen

AfD-Chefin Alice Weidel bezeichnet Vorwürfe der Vetternwirtschaft als 'völlig aufgebauscht' und weist sie zurück.

Wichtige Fakten

  • AfD-Chefin Alice Weidel bezeichnet Vorwürfe der Vetternwirtschaft als 'völlig aufgebauscht' und weist sie zurück.
  • Eine dreiköpfige Arbeitsgruppe soll die Korruptionsvorwürfe im Landesverband Niedersachsen untersuchen.
  • Gegen Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt wurde ein Ordnungsverfahren wegen parteischädigenden Verhaltens eingeleitet.
  • Union und SPD fordern in einer Aktuellen Stunde des Bundestags Aufklärung der Affäre.
  • Stefan Keuter könnte die Personalverantwortung in der AfD-Fraktion verlieren.

Krisensitzungen und interne Spannungen

Die AfD ringt mit internen Krisen, ausgelöst durch Vorwürfe von Vetternwirtschaft und Korruption. In einer Fraktionsvorstandssitzung stand Stefan Keuter, Personalchef der Fraktion, im Fokus, nachdem Berichte über die Anstellung seiner Freundin im Büro bekannt wurden. Parteichefin Alice Weidel zeigte sich verärgert und dementierte Berichte über Rücktrittsdruck. Es wird erwogen, Keuter die Personalverantwortung zu entziehen, während ein klarer Lösungsweg bisher fehlt.

Eskalation in Niedersachsen und externe Kritik

Parallel beschäftigte sich der Bundesvorstand mit schweren Vorwürfen gegen den niedersächsischen Landesvorsitzenden Ansgar Schledde. Die Europaabgeordnete Anja Arndt sprach in Brandbriefen von einem 'Korruptionssumpf' und mutmaßlicher Veruntreuung von bis zu 1,5 Millionen Euro jährlich. Schledde ließ sich durch eidesstattliche Versicherungen von Bundestagsabgeordneten verteidigen. Zur Aufklärung wurde eine dreiköpfige Arbeitsgruppe aus externen und internen Juristen eingerichtet, während Bundesschatzmeister Carsten Hütter eine Kassenprüfung im Kreisverband Goslar durchführt.

Reaktionen und politische Folgen

AfD-Chefin Alice Weidel hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen und als 'völlig aufgebauscht' bezeichnet. Union und SPD fordern die Aufklärung der Affäre und sehen Vetternwirtschaft und Betrug am Steuerzahler. Auf Antrag von Union und SPD soll sich der Bundestag in einer Aktuellen Stunde mit dem Thema befassen. Unionsfraktionschef Jens Spahn sprach von einer 'unsäglichen Verwandtenaffäre' und forderte Weidel auf, in ihrer Fraktion für Ordnung zu sorgen. Zugleich wurde gegen den Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt aus Sachsen-Anhalt ein Ordnungsverfahren wegen parteischädigenden Verhaltens eingeleitet.

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