Zyklon tötet fast 60 Tapanuli-Orang-Utans – Art vom Aussterben bedroht
Wichtige Fakten
- • 58 Tapanuli-Orang-Utans wurden bei Sturm und Erdrutschen getötet.
- • Der Verlust entspricht etwa 7% der gesamten Art.
- • Die Art wurde erst 2017 entdeckt und ist stark bedroht.
- • Klimawandel verstärkt die Häufigkeit extremer Regenfälle.
Zyklon Senyar tötet Rekordzahl von Orang-Utans
Vier Tage extremer Regenfälle und Erdrutsche auf der indonesischen Insel Sumatra haben die am stärksten bedrohten Menschenaffen der Welt noch näher an den Rand der Ausrottung gebracht, wie eine Studie zeigt. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass 58 der weniger als 800 vom Aussterben bedrohten Tapanuli-Orang-Utans – etwa 7% der gesamten Art – infolge des extremen Wetterereignisses im November getötet wurden. Dabei handelt es sich um konservative Zahlen, die regenbedingte Kronenschäden oder verminderte Nahrungsverfügbarkeit nicht berücksichtigen, so die Autoren der am Mittwoch veröffentlichten Studie.
Klimawandel trifft seltene Primaten hart
Zyklon Senyar verwüstete Sumatra Ende November und tötete in Südostasien, das damit eine der tödlichsten Naturkatastrophen des Jahres 2025 erlebte, mehr als 1.000 Menschen. Die Schäden für die Tierwelt der Insel sind jedoch schwerer zu beziffern. Forscher hatten bereits zuvor beobachtet, dass Sichtungen von Tapanuli-Orang-Utans nach dem Sturm abnahmen, was Spekulationen nährte, die Menschenaffen könnten von Fluten und Erdrutschen fortgerissen worden sein. Professor Erik Meijaard, Geschäftsführer von Borneo Futures in Brunei und Autor der Studie, hatte im Dezember gegenüber der BBC geschätzt, dass Zyklon Senyar wahrscheinlich etwa 35 Orang-Utans getötet habe – ein Verlust, der für die Population ein schwerer Schlag sei. Seine jüngere Schätzung von 58 Todesfällen stellt einen deutlichen Anstieg dar.
Forscher fordern internationale Hilfe
Wochen nach dem Zyklon fanden humanitäre Helfer den Kadaver vermeintlich eines Tapanuli-Orang-Utans halb vergraben in Schutt und Schlamm. Die Autoren des aktuellen Berichts weisen darauf hin, dass die Verwüstung durch Zyklon Senyar zeigt, wie verletzlich die Art ist. Sie betonen: «Die Krise der Tapanuli-Orang-Utans veranschaulicht das Zusammentreffen von Klimainstabilität, Biodiversitätsverlust und Verletzlichkeit, das eine koordinierte Antwort erfordert.» Um die verbleibenden Orang-Utans zu schützen, bedürfe es anhaltender internationaler Unterstützung: „Durch verstärkten nationalen Schutz, klimagerechte Planung und globale Finanz- und Technologiehilfe können wir die erste moderne Ausrottung einer Menschenaffenart verhindern.“
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