Landtagswahl Baden-Württemberg: Grüne gewinnen knapp vor der CDU
Wichtige Fakten
- • Die Grünen erzielen 30,2% der Zweitstimmen, die CDU 29,7%.
- • Die AfD verdoppelt ihr Ergebnis auf 18,8%.
- • SPD, FDP und Linke scheitern an der 5%-Hürde.
- • Grüne und CDU erhalten jeweils 56 Sitze im Landtag.
- • Die Wahlbeteiligung lag bei 69,6%.
Wahlergebnis und Regierungsbildung
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir knapp vor der CDU gewonnen. Laut vorläufigem Endergebnis erreichten die Grünen 30,2% der Zweitstimmen, die CDU unter Manuel Hagel 29,7%. Beide Parteien erhalten jeweils 56 Sitze im Landtag, womit sie zusammen eine Zweidrittelmehrheit haben. CDU-Landeschef Hagel hat die Wahlniederlage eingeräumt und den Regierungsauftrag den Grünen zugesprochen. Özdemir bot der CDU eine erneute Zusammenarbeit auf Augenhöhe an, während Hagel eine Koalition mit der AfD kategorisch ausschloss.
Starke Zugewinne der AfD und Schwäche der SPD
Die AfD konnte ihr Ergebnis im Vergleich zur vorherigen Wahl etwa verdoppeln und erreichte 18,8%, was ihr bestes Abschneiden bei einer Landtagswahl im Westen darstellt. Die Partei wird vom Landesverfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall beobachtet. Die SPD erlebte ein historisches Debakel mit nur 5,5% und ist gerade noch im Landtag vertreten. Spitzenkandidat Andreas Stoch kündigte seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef an. FDP und Linke scheiterten mit jeweils 4,4% an der Fünf-Prozent-Hürde, woraufhin FDP-Landeschef Hans-Ulrich Rülke seinen Rücktritt ankündigte.
Wählerwanderung und demografische Muster
Die Grünen profitierten von Stimmengewinnen von der SPD, verloren aber auch an die CDU. Die AfD konnte viele frühere Nichtwähler mobilisieren und schnitt besonders stark bei Arbeitern und Menschen mit niedrigem Einkommen ab. Bei Wählern mit hoher formaler Bildung lagen die Grünen dagegen deutlich vorn. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,6%, was einen Anstieg im Vergleich zu 2021 darstellt. Erstmals durften auch 16- und 17-Jährige wählen, und das Wahlrecht wurde auf zwei Kreuze pro Stimmzettel erweitert.
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